Es ist fast schon unheimlich. Erst kürzlich habe ich darüber nachgedacht, wie sehr sich No Man’s Sky seit dem holprigen Start auf der PlayStation 4 gewandelt hat. Dass es für mich nach über 560 Stunden auf dem PC das absolute Musterbeispiel dafür ist, wie man ein Spiel rettet, pflegt und ausbaut. Und jetzt? Jetzt hat die restliche Gaming-Welt diesem Wunder ein weiteres, vergoldetes Denkmal gesetzt.
Bei den BAFTA Games Awards 2026 hat No Man’s Sky erneut abgeräumt – und zwar in der Kategorie, die wie maßgeschneidert für dieses Spiel ist: Best Evolving Game.
Eine beispiellose Sensation: Der einzige Doppel-Gewinner
„Es gibt viele Dauerbrenner in der Industrie, aber nur ein Universum, das die Krone zweimal verteidigen konnte.“
Wenn man sich die Historie der British Academy Games Awards ansieht, stellt man fest, dass Hello Games hier gerade etwas Einzigartiges vollbracht hat. Viele Giganten der Branche wurden über die Jahre mehrfach nominiert – Dauerbrenner wie Final Fantasy XIV, Sea of Thieves oder Fortnite sind Stammgäste auf den Listen. Doch keinem einzigen Titel ist es vor No Man’s Sky gelungen, die Trophäe in dieser Kategorie zweimal zu gewinnen.

Dass zwischen dem ersten Sieg (2022) und diesem erneuten Triumph (2026) vier Jahre liegen, unterstreicht die enorme Ausdauer des Teams. Während andere Spiele nach einem großen Comeback oft in den „Wartungsmodus“ übergehen, hat Hello Games das Tempo nicht nur gehalten, sondern mit Updates wie Worlds und Orbital sogar noch einmal massiv angezogen.
Die Schlagzeilen: Ein Triumphzug durch die Fachpresse
Liest man sich durch die aktuelle Berichterstattung von Magazinen wie nTower oder TheGamer, wird schnell klar, dass dieser erneute Sieg die Bestätigung einer konsequenten Leistung war. Bei der Verleihung 2026 war die Konkurrenz extrem stark (darunter Titel wie Helldivers 2). Doch die unzähligen kostenlosen Updates – von den Engine-Revolutionen durch Worlds bis hin zu den abgefahrenen Creature-Battling-Systemen aus Xeno Arena in diesem Frühjahr – haben einfach ein Argument geliefert, gegen das abermals niemand ankam.
Die Community eskaliert: „Wir wussten es!“
Wirft man einen Blick auf das Subreddit r/NoMansSkyTheGame, spürt man sofort genau diese besondere Community-Energie. Der Thread zum erneuten BAFTA-Sieg ist förmlich explodiert.
- Tiefe Dankbarkeit: Unzählige Spieler betonen, dass Sean Murray und sein kleines Team diesen zweiten Award mehr als jedes andere Studio in der Branche verdienen.
- Die gemeinsame Reise: Es werden Geschichten geteilt von Leuten, die damals die Platin-Trophäe im unfertigen PS4-Universum geholt haben und heute, Hunderte Stunden später, immer noch staunend neue Galaxien erkunden.
- Der Ruf nach Monetarisierung: Ironischerweise fordern selbst auf Reddit Spieler fast schon flehentlich, dass Hello Games endlich einen Weg finden soll, damit wir ihnen wieder Geld geben können.
Ein Award als Schlussstrich unter die Vergangenheit
Für mich ist dieser BAFTA 2026 mehr als nur eine weitere Trophäe in einer Vitrine in Guildford. Es ist der ultimative Beweis, dass Leidenschaft, hartnäckiges Schweigen, aber doch zuhören und ehrliche Arbeit das lauteste Internet-Drama nicht nur überleben, sondern dauerhaft dominieren können.
Der Mann, der 2016 fast öffentlich gelyncht wurde, steht ein Jahrzehnt später wieder auf einer der wichtigsten Bühnen der Welt und nimmt den Preis für die beste Weiterentwicklung eines Spiels entgegen – als bisher einziger zweifacher Preisträger. No Man’s Sky ist längst nicht mehr das Spiel, das Versprechen gebrochen hat. Es ist das Spiel, das den Weltraum-Thron bestiegen und klargemacht hat: Stillstand existiert hier nicht.

